Der zentrale Tienschan war in der Vergangenheit nur schwer zugänglich. Erstmals gelang es 1856 dem russischen Geografen Semjonow, bis dahin vorzudringen. Er und die folgenden Expeditionen scheiterten alle daran, den Inyltschek-Gletscher zu ersteigen, dies glückte erst 1903 dem deutschen Forscher Merzbacher, dessen Expedition auch die ersten ernsthaften Gipfelbesteigungen gelangen. Nach ihm ist auch der berühmte Merzbacher-See benannt.

Die nächsten ernsthaften Versuche der Erkundung wurden erst 1929 durchgeführt. Von da an kamen regelmäßig wissenschaftliche und alpinistische Expeditionen ins Gebirge, das auch unter dem Namen Himmelsgebirge bekannt ist.

Der Chan Tengri (7010 m), der „Herrscher der Geister“ (auch Khan Tengri oder Hantengri Feng), unbestritten der herausragende Berg des Tienschangebirges, wurde 1931 von einer ukrainischen Expedition unter M. Pogrebetzky erstbestiegen.

Auf dem Gipfel des Pik Lenin (7134 m)Der in unmittelbarer Nähe stehende, deutlich höhere Pik Pobeda (7439 m) „Berg des Sieges“ wurde 1938 als „Pik 20 Jahre Komsomol“ (6930 m) erstbestiegen, aber erst 1943 mit 7439 Metern exakt vermessen und in Unkenntnis der Besteigung von 1938 Pik Pobeda benannt. 1956 wurde der Gipfel erobert und erst bei der 3. Besteigung 1958 wurde klar, daß der Pik 20 Jahre Komsomol und der Pik Pobeda identisch sind und bereits vor zwanzig Jahren bestiegen wurden.

In dieser Zeit wurden viele Gipfel vermessen und benannt. Dem Geist der damaligen Zeit geschuldet erhielten ausgerechnet die schönsten oder bedeutendsten Gipfel sehr oft politische Namen z. B. Pik der Stalinschen Verfassung, Pik der Roten Armee, Pik Pionier usw., aber auch oft Namen mehr oder weniger bedeutender Persönlichkeiten wie z.B. Pik Maxim Gorki, Pik Nansen, Pik Kirow.