Mit den Skiern von Bivio nach Karakol – der weite Weg zur Piste – Wintersportprojekt in Kirgistan

Mit den Skiern von Bivio nach Karakol – der weite Weg zur Piste – Wintersportprojekt in Kirgistan

Manchmal trifft man beim Googeln zum Thema Kirgistan Reisen auf so gar nichts Neues und man fragt sich immer wieder, warum man von einem Land begeistert ist, dass bei uns doch so wenig in der Öffentlichkeit steht. Und dann gibt es wieder Tage, da ist man förmlich baff vor Erstaunen, was es doch für besondere und wunderbare Projekte gibt, die es in dieses kleine Land in Zentralasien zieht.

Wintersportprojekt_Foto2Vor einigen Tagen ging es mir so. Ich traf auf einen Reisebericht über einen Transport von gespendeten Wintersport-Materialien nach Kirgistan, hindurch durch Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen und ich war schlichtweg begeistert von dieser doch ziemlich „verrückt“ wirkenden Angelegenheit. Da musste ich nachhaken und schrieb einer gewissen Edda Hergarten, sie ist die Initiantin des Projekts und hat den Transport begleitet. Sie selbst ist Schneesportlehrerin und wird gemeinsam mit der Schneesportschule Bivio, bei der sie im Winter arbeitet, sowie weiteren SkilehrerInnen aus den Skischulen Corvatsch und Pontresina als Projektleiterin im November 2015 nach Karakol reisen. Ich bekam relativ schnell, und zwar direkt aus Kirgistan, eine Antwort von ihr, und möchte nun gerne dieses doch außergewöhnliche Vorhaben vorstellen. Es ist bereits in vollem Gange und vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Kirgistan- oder Wintersportfan, der hier Unterstützung leisten kann und will. Ich kann mich gut an meine Zeit in Kirgistan erinnern, in der jeder nach Möglichkeiten Ausschau hielt, irgendwie für sich und seine Familie Wege zu finden, eine Arbeit zu erhalten, von der es möglich ist zu existieren. In die Zukunft zu schauen und nicht zerquetscht zu werden zwischen den Mahlsteinen der Perspektivlosigkeit.

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Um was es geht:

Kirgistan oder Kirgisien– die Schweiz Zentralasiens. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr. Die gebirgige Landschaft sieht der in der Schweiz tatsächlich oftmals zum Verwechseln ähnlich. So liegt es auch nahe im Winter an Skifahren zu denken.
Infrastrukturen existieren bereits. Wintersportprojekt_Foto1Von lokalen Kinderskischulen über wenige Skitourenangebote für Touristen bis hin zu neuen kleinen Skigebieten um die Hauptstadt Bischkek. Auch alte Anlagen aus der Sowjetzeit stehen dem Wintertourismus zur Verfügung. Nicht zu vergleichen ist die wirtschaftliche Situation der beiden Länder. Die Arbeitslosigkeit ist ein großes Thema in Kirgistan, besonders in den Wintermonaten. Die Ausbildung von SkilehrerInnen in Kirgistan soll dazu beitragen, dass die Leute mit diesem Training in den langen Wintermonaten mit Wintertourismus Geld verdienen können.
Auf meiner (Edda Hergarten) ersten Reise durch Kirgistan habe ich Leute getroffen, die mein Interesse und die Freude an Wintersport teilen. Daraus entstand dieses Projekt, welches mich weitere Male nach Kirgistan brachte. Während meinen weiteren Projektreisen habe ich Kontakte geknüpft zu Leuten, die bereits im Tourismus tätig sind und interessiert daran sind, eine solche Ausbildung zu absolvieren. Damit ermöglichen sie sich eine Erweiterung ihrer touristischen Tätigkeit.

Der Weg zum Ziel:

Wintersportprojekt_Foto3Das erste Training im November 2015 ist als Pilotphase geplant. Darauf folgt eine 4-jährige Zusammenarbeit, während derer die lokalen Skilehrer so weit geschult werden, damit sie Trainingssequenzen selbständig übernehmen und ausführen können.

Diesen November werden wir die erste Trainingswoche der Skilehrerausbildung in Karakol durchführen. Dazu werden fünf InstruktorInnen aus der Schweiz nach Kirgistan reisen um 25 Personen aus unterschiedlichen Teilen des Landes zu unterrichten. Alle von ihnen haben das klar definierte Ziel, den Wintersport und Wintertourismus in den ländlichen Gebieten des Landes zu fördern. Das Training soll die Grundlage bieten, technisch, methodisch und pädagogisch Skiunterricht anzubieten, sei es in Sportschulen oder im lokalen und internationalen Tourismus.

Was wird benötigt:

Wintersportprojekt_Foto5Die Reise der Schweizer InstruktorInnen, Unterkunft, Verpflegung, Skilifttickets, der Transport der Leute aus dem Land sowie Lehrmittel, die übersetzt werden müssen, kosten Geld. Obschon Stunden von Freiwilligenarbeit von unterschiedlichsten Leuten geleistet werden, sind wir auf finanzielle Mittel angewiesen, die das Training möglich machen.

Unter folgendem Link findet Ihr den kompletten Reisebericht zum Transport des gespendeten Wintersport-Materials. Es macht wirklich Spaß, den Reisebericht zu lesen. Weitere Informationen und alle Möglichkeiten, wie man das Projekt unterstützen kann, erfahrt ihr jederzeit aktuell auf der Projektseite über Facebook unter „Wintersportprojekt in Kirgistan“.

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