Bischkek Basar

Wirtschaftsstruktur in Kirgistan

Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1991, hatte Kirgistan eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Während zu Sowjetzeiten im Norden moderne urbane Zentren gegründet wurden, blieb der Süden mit seiner großen usbekischen Minderheit ländlich geprägt. Ethnische Konflikte im Süden sowie eine Unterrepräsentanz des Südens in der kirgisischen Politik bergen auch weiterhin Spannungspotenzial. Diesem wird mit präsidialer Kontrolle sowie Investitionsprogrammen begegnet. Unter Präsident Almasbek Atambajew (Präsident von Kirgistan von 2011 bis 2017) hatte sich Kirgistan in den vergangenen Jahren stärker an Russland angenähert. Am 12. August 2015 führte Atambajew das Land in die vom Kreml dominierte Eurasische Wirtschaftsunion, während sich das Verhältnis zu den USA lockerte. Handelspartner sind vorwiegend Russland, China und Kasachstan.

Bodenschätze mit Uran und Gold

Im Jahr 2014 betrug das BIP (Bruttoinlandsprodukt) Kirgistans 7,4 Mrd. US-Dollar. Ein wichtiger Wirtschaftssektor ist der Bergbau. Kirgistan besitzt Uranvorkommen und enorme Vorkommen an seltenen Erden und Gold. In internationalen Geologenkreisen nennt man die Region “Tien Shan Gold Belt”, die sich über Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan erstreckt. Das Vorkommen der Goldmine Kumtor, die 18 Millionen Unzen Gold zählt, gehört zu den größten Goldvorkommen der Welt (Anteil am BIP 2014: 8%).

Die zum größten Teil ebenfalls staatlich kontrollierte Förderung von Gas, Öl und Kohle ist im Vergleich zu den anderen zentralasiatischen Republiken marginal. Das ohnehin beschränkte Potenzial kann aufgrund mangelnder und mangelhafter Anlagen nicht optimal genutzt werden.

Liberalisierung der kirgisischen Wirtschaft

Mit jeweils 15 % des BIP bilden die verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft zwei weitere Säulen der kirgisischen Wirtschaft. 75 % des Ackerlandes wurden an die Landbevölkerung verteilt, der Rest wurde den ländlichen Gemeindeverwaltungen unterstellt, damit sie durch Pachteinnahmen eine eigene Finanzquelle haben. 85 % der landwirtschaftlichen Produktion stammen mittlerweile aus Privatbetrieben. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Tabak, Baumwolle, Kartoffeln, Gemüse, Trauben, Früchte und Beeren, Schafe, Ziegen, Rinder, Wolle.

Ein weiterer wichtiger wirtschaftlicher Faktor sind auch die im Ausland – vor allem in Russland, aber auch in Kasachstan – arbeitenden Kirgisen. Laut Schätzungen überweisen zwischen 500.000 und 800.000 Gastarbeiter jährlich ca. 2 Mrd. USD nach Kirgistan, dies macht rund 25 % des BIP aus.

Touristisches Potenzial

Ausritt Tienschan Kirgistan von Pixabay
Geführte Ausritte im Tienschan

Der Dienstleistungssektor trägt seit geraumer Zeit mehr zum BIP bei, als die bisher dominierende Landwirtschaft. Die Liberalisierung der kirgisischen Wirtschaft führte dazu, dass unzählige Familienbetriebe im Einzelhandels- und Nahrungsmittelgewerbe tätig wurden. Die landschaftliche Schönheit Kirgisistans birgt ein enormes touristisches Potenzial, das zur Realisierung auch eine entsprechende, aber leider noch rudimentär vorhandene Infrastruktur voraussetzt. So beschränkt sich der Tourismus bisher größtenteils auf die jährlich etwa 500.000 Besucher aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und auf Abenteuertouristen sowie Trekker und Bergsteiger.

 

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